Blogging 101: About Fashion Week

Blogging 101: About Fashion Week

Hallo ihr lieben,

Ich sehe über Facebook immer mehr Nachberichte zur Fashion Week in Berlin auftauchen. Nachdem letztes Jahr alle Blogger lauthals über die Berliner Fashion Week geschimpft haben, hat man sich dazu entschlossen, sie dieses Jahr wieder zu loben. Letztes Jahr hieß es: Viel zu viele Blogger und Möchtegern-Stars versammeln sich in den Zelten und machen Selfies, sodass  die ‘alten’ Blogger sich in ihrer Zone bedrängt fühlten. Auf einmal war da Konkurrenz und um die Mode ging es eh schon lange nicht mehr. Jeder wollte etwas vom hippen Kuchen Fashion Week abhaben. Nun gut, dieses Jahr also wieder Lobeshymnen zu den Designern und der Veranstaltung an sich.

Ich bin dieses Jahr trotz Einladungen bewusst nicht zur Fashion Week nach Berlin gefahren. Das hat einen einfachen Grund. Ich brauche die Fashion Week nicht mehr, um das Gefühl zu bekommen, dazuzugehören. Denn darum geht es ja. Seht ich war drin, und gehöre zu den ganz coolen Leuten. Sehen und gesehen werden. Die großen Blogger schmücken sich mittlerweile mit anderen Stars, wie Lena Meyer-Landrut oder Stefanie Giesinger. Stars mit riesiger Reichweite in den sozialen Medien. Man will was vom Kuchen abhaben. Und der Erfolgsfaktor als Blogger ist dein Netzwerk. Aber dazu an anderer Stelle mehr.

Ich bin schon 2008 auf der Fashion Week in Berlin gewesen. Damals noch in intimer Atmosphäre im alten Postbahnhof. Ein schönes, beheiztes Gemäuer, das Atmosphäre hatte. Es war aber auch überschaubar und so tummelten sich Models, Stars, Helfer und andere Neugierige im ganzen Raum untereinander. Nichts war groß abgeschirmt oder nicht zugänglich. Selbst der kleinste Helfer konnte auf den After Show Parties mitfeiern. So durfte ich die Wahnsinns-Roben von Zac Posen live an den Models anfassen und die Kleider aufhängen. Aber auch ein Prosten mit Joko Winterscheidt auf der After Show Party von Agent Provocateur war drin. Ich war im siebten Himmel. Und träumte von einer Karriere als Gast in der ersten Reihe.

2008:

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Das waren noch gute Zeiten. Seit die Berliner Modewoche ins Zelt umgezogen ist, ist es nicht mehr das Gleiche. Plötzlich gab es einen VIP-Bereich, plötzlich wurden die Helfer draussen ins nicht beheizte Zelt abgeschoben und wie Dreck behandelt. Wer ins Zelt durfte war mega-wichtig. Jetzt geht es nur noch um Geld, die ganz großen VIPs, das Abschirmen der Szene. Eine positive Atmosphäre rutschte ab in ein arrogantes Flair. Man guckt verachtend nach rechts und links. Hauptsache auffallen ist das Motto. Z-Promis werden belagert wie Superstars. Und dann die Blogger überall.

Jetzt hängt die IN-Clique der Modeblogger auf den versteckten Vogue-Parties ab und dann war’s das auch schon wieder. Man bleibt halt unter sich. Und in der Zeitung landen die mit Geld eingeflogenen Superstars. Wenn einem ein ‘Superstar’ wie Sylvie Meis dann ungünstig vor die Füße läuft, kann man nur noch in Deckung gehen und hoffen, dass man nicht von einer rüpeligen Gruppe männlicher Fotografen eine schwere Kamera an den Kopf bekommt. Brutal weggestoßen wird man ganz sicher.

Der Vorteil dieser Entwicklung: Man verpasst absolut nichts. Natürlich ist es eine schöne Geste, wenn man die Designer, die man kennt und schätzt, auf ihrer Show unterstützen kann. Aber das kann man auch ohne den Trubel, der jetzt entstanden ist. Die alten Hasen im Fashion Week Geschäft können sich daran erinnern. Da ging es um die Mode. Mittlerweile werden alle helfenden Hände ausgebeutet. Und die Presse gibt es eh durch die tausenden Blogger. Ich kann mir vorstellen, dass es in anderen Städten wie New York oder Paris noch anders zugeht. Diese Modewochen sind so enorm groß, dass die ganze Welt auf die Geschehnisse blickt. Noch mehr Abschottung. Aber auch mehr Möglichkeiten zur Darstellung. Je nach eigener Position kann sich das schon sehr rentieren.

Vielleicht werde ich eines Tages wieder auf eine Fashion Week fahren. Denn wenn man die ganze Sache nicht so ernst nimmt und sich mit Freundinnen, die man gemacht hat, wieder treffen kann, ist es ein unterhaltsamer Anlass sich zu sehen. Ich brauche diesen Zirkus der Selbstdarstellung nicht mehr. Ich bin zur Ruhe gekommen. Aber wenn ich noch einmal eine Berichterstattung von der Fashion Week machen darf, dann nur aus der ersten Reihe.

Love, Anma

2015:

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