Mein Leben mit Laktose- und Fruktoseintoleranz

Mein Leben mit Laktose- und Fruktoseintoleranz

Photos by BusinessBach Photography, Dress: ASOS

Hallo ihr lieben,

Heute möchte ich mal etwas aus dem Nähkästchen plaudern. Denn vielleicht geht es nicht nur mir so, sondern finden sich ein paar von euch in meinem Text wieder. Bei mir wurde dieses Jahr eine Laktose- und Fruktoseintoleranz diagnostiziert. Das erste was ich auch dachte: Och nee, nicht noch jemand, der pingelig wird mit dem Essen. Ich darf dies nicht ich darf das nicht. Verabscheut habe ich diese komplizierten Menschen, deren Leben sich um so unwichtige Dinge wie welches Lebensmittel jetzt genau drehte. Und schwups, war ich eine von ihnen. Nicht ganz freiwillig natürlich, denn wer mich kennt, weiß dass ich immer gerne unkompliziert gegessen habe. Nicht total gesundheitsbewusst, auch nicht total schlecht, aber hauptsache einfach und schnell, um sich wieder den ‘wichtigen’ Beschäftigungen widmen zu können. Es war mir einfach nicht wichtig genug.

Bis ich eines Tages merkte, dass ich ständig unter Unterleibsbeschwerden litt. Ich habe es jahrelang auf mein starkes PMS geschoben, denn viele Frauen kennen dieses Problem auch und die Bauchkrämpfe und die unausgeglichene Verdauung, die sich alle vier Wochen wieder ankündigen. Man lernt mit den Bauchbeschwerden zu leben, bis sie einem nicht mehr auffallen. Meine Frauenärztin konnte sich meine Unterleibsbeschwerden aber nicht erklären und schickte mich zum Gastroenterologen, der als erstes die Zuckertests machte. Und tatsächlich, zwei von dreien gleich positiv. Es folgte eine wochenlange Ernährungsberatung und eine Ernährungsumstellung.

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Was kann ich noch essen mit Laktose- und Fruktoseintoleranz?

Jetzt lebe ich weites gehend zuckerfrei, was mir allerdings noch sehr sehr schwer fällt. Denn ich hatte mich an meine Essensrituale gewöhnt, wie den Mozzarella auf der Pizza, den nachmittäglichen Latte Macchiato und den Apfel am Morgen. Das sollte jetzt alles wegfallen? Nun gut, ich fing an Alternativen zu suchen. Laktase-Tabletten beim Essengehen, Laktosefreie Milch im Kaffee und Obst, nun ja, dann halt die Banane. Aber die angeblichen laktosefreien Produkte enthalten alle Laktose, zwar in Kombi, aber trotzdem merkte ich, dass meine Beschwerden beim Essen von laktosefreien Produkten nicht besser wurden. Am besten ging es mir, wenn ich mich ganz streng ernährte.

Also Reismilch in den Kaffee, Müsli vegan selber backen und nicht mehr Essengehen. Tja, und nun bin ich da, wo ich nie sein wollte: Ich kann fast gar nichts mehr aus meiner alten Ernährung vertragen. Die Lösung lautet: Kochen lernen. Und zwar vegan und fructosearm so weit es geht. Das bedeutet Ausprobieren, Verkosten, Umstellen. Und das fällt mir wirklich nicht leicht, denn ich war ja die, die immer gerne einfach und schnell bevorzugt hat.

Foodblogs über Unverträglichkeiten wie Fructopia gibt es nur sehr wenige

Ein toller Blog zum Thema ist Fructopia. Deniz veröffentlicht regelmäßig tolle Rezepte, die alle Menschen mit den verschiedenen Unverträglichkeiten ansprechen sollen. Den Fokus legt sie auf Fruktose, aber trotzdem kocht sie fruktosearm, also nicht fruktosefrei. Denn das ist kaum möglich. Aber sie spricht sich für eine gesunde Lebensweise aus, und zeigt Zuckerfallen im Alltag und natürliche Alternativen. Das ist schon mal ein guter Ansatz zur Aufklärung, denn das ist, was ich als Erstes gelernt habe. Überall in unseren Lebensmitteln ist Zucker drin. Wenn man auf der Zutatenliste Dinge findet, die man nicht aussprechen kann oder nicht genau weiß, was das sein soll ist es zu 99% Zucker. Fruchtzucker nämlich. Daher sind erstmal alle industriell gefertigten Süßigkeiten tabu. Und alkoholische Getränke. Und Obst. Ich bin eine Spaßbremse geworden.

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Vegetarisch oder vegan und bitte nicht cremig

Zu meinen Unverträglichkeiten habe ich auch noch zwei andere ‘Laster’, die mir die Nahrungsaufnahme nicht leichter machen. Ich ernähre mich weitesgehend vegetarisch. Sprich Fleisch und Gemüse sind eine super Wahl bei Unverträglichkeiten. Nicht für mich. Fisch und Eier sind bei mir durchaus ok, aber dann müssen sie komplett durchgekocht sein. Also so richtig fest. Das liegt auch daran, dass ich cremige Substanzen beim Essen nicht ausstehen kann. Desserts, Joghurt, Quark, Pudding, Eis.. schon das Gefühl auf der Zunge bereitet mir Kopfschmerzen. Ich bin daher very picky geworden, was meine Ernährung angeht. Das Problem: Vegan heißt nicht fruktosefrei, und super gut für die Verdauung finde ich oft eklig. Trotzdem esse ich ab und zu Joghurt, denn der ist gut für die Verdauung und das sollte jeder tun! Ich will an meiner eingeschränkten Ernährung auch gerne etwas ändern: Challenge accepted. Die Lösung: Clean Eating.

Übrigens seit ich mich strenger ernähre, sind meine Beschwerden sehr viel besser geworden. Natürlich sündige ich manchmal – hallo Kaugummi – und das rächt sich sofort. Aber dennoch ist eine aufgezwungene, gesunde Ernährung weitab von Farbstoffen, Zucker, Konservierungsstoffen, E-Nummern etc, das beste was mir passieren konnte. Endlich fühle ich mich fit und gesund.

Love, Anma

P.S.: Habt ihr auch Lebensmittel-Unverträglichkeiten? Wie ergeht es euch damit? Ich freue mich auf den Austausch mit euch!

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