Turning 30: Generation beziehungsunfähig?

Turning 30: Generation beziehungsunfähig?

Fotos von Die Bilderwerft

Hallo ihr lieben,

Heute geht es weiter mit meiner Turning 30 Kolumne, schließlich ist schon April und der nächste Artikel so was von überfällig. Jetzt ist das Jahr schon wieder ein Viertel um und die Zahl 30 rückt immer näher. Diese traumhaften Fotos sind von Matthias von Die Bilderwerft. Wir waren am ersten tollen Frühlingswochenende in Hamburg unterwegs. Danke Matthias! Die Fotos sind wunderschön.

Ich möchte mich heute den Gedanken zum Thema Beziehung widmen. Vor Kurzem machte ein Event auf Facebook die Runde: Michael Nast, der berühmte Autor von Generation Beziehungsunfähig, gab eine Lesung in der Hamburger Uni. Ich war nicht dort, aber ich habe recherchiert und bin zur Seite von Im Gegenteil gestoßen. Dort schreibt er regelmäßig über das Leid der Beziehungen in unserer Generation. Seine Beiträge sind die am meist geteilten und am meist gelikedten. Er trifft mit seinen Worten jeden zwischen 20 und 30 ins Herz.

Oft wird uns unterstellt, dass durch die dauernde Digitalisierung und Sexualisierung der Medien, wir nicht mehr wüssten was eine gute Beziehung sei. Man heiratet nicht mehr, man geht schnell auseinander, will sich nicht auf jemanden festlegen, sucht die perfekte Beziehung und scheitert im Grunde an sich selbst und der Vorstellung, dass alles noch besser sein kann, wenn man nur hart genug an sich arbeitet. Aber ist das wirklich so?

Ich würde das so nicht unterschreiben. Man beurteilt solche Aussagen anhand von zwei Fakten: Habe ich eine glückliche Beziehung mit Aussicht auf eine gemeinsame Zukunft? Und: Bin ich in einem Alter (um die 30), wo ich mich nicht mehr nur selbst frage, wann ich heiraten will und Kinder kriegen, sondern wo es auch von meinem Umfeld angesprochen wird. Na, wann ist es denn endlich bei euch soweit? Ich glaube jeder, der Ende 20 ist, kennt diese Fragen von Familie und Freunden. Ich kann also nur aus meiner eigenen Perspektive heraus sprechen. Ja, ich bin in einer glücklichen Beziehung und empfinde mich, als auch meinen Partner, definitiv nicht als unfähig. Menschen, die sich mit 30 wieder auf dem Datingmarkt wiederfinden, sehen die Situation sicher anders.  Ich finde einfach nicht den Richtigen, denn ich bin selber blöd oder irgendwie sind alle anderen blöd. Ich kenne das auch.

theeuropeanlook

Ich merke in mir selber jedoch ganz deutlich die Veränderung meiner Persönlichkeit. Weg von Weltreisen und Party, hin zu einem gemütlichen Zuhause und einer sinnvollen Aufgabe auf der Arbeit. Dazu kommt der Druck von außen, was von mir mittlerweile erwartet wird. Nicht jeder kann sich davon einfach frei machen. Ich gehöre zu den Menschen, die sich auch ein Bild von ihrem Leben malen und sehr enttäuscht sind, wenn die Dinge dann ganz anders laufen.

Mein Freundeskreis ist hierbei ein guter Anhaltspunkt, denn er ist sehr divers. Von Singles, über Freunde in Beziehungen bis hin zu Mamis ist alles dabei. Und ich würde keins der Leben miteinander vergleichen. Geschweige denn beurteilen. Was ich allerdings schon immer hatte, war eine innere Stimme, die mir deutlich sagt, was ich mir von Herzen derzeit wünsche. Und dennoch kann man im Leben nicht alles sofort haben. Man kann aber Prioritäten setzen. Und weiterträumen. Wenn dann mal wieder jemand aus der Familie auf die Schulter klopft und sagt: Wann ist es denn nun bei euch soweit?, lächle ich und erkundige mich später bei meinem Freund. Der sagt dann: Lass das meine Sorge sein und ich fühle mich aufgehoben. Und mir wird klar, dass das Wichtigste ist, dass wir zusammen sind.

Dass das Dating in der heutigen Zeit unübersichtlich und mitunter oberflächlich sein kann, glaube ich. Aber dass man Menschen heutzutage wegen Äußerlichkeiten und anscheinend mehr Möglichkeiten weniger eine Chance gibt, glaube ich nicht. Ich wusste meine Partner immer sehr zu schätzen und hätte sie niemals austauschen wollen. Ich bin aber auch niemand für eine Beziehung, die man eigentlich nicht will. Das könnte ich nicht. Ich hege in mir drin den Wunsch, den ich sicher mit vielen Frauen teile, vor der großen 30 verheiratet zu sein. Das hat einfach so viel Romantik, der ich nur verfallen kann. Irgendwo habe ich anscheinend mal aufgeschnappt, dass man als ledige Person mit 30 alles falsch gemacht hat und nichts wert ist. Ob das meine Oma war?

Mittlerweile wünsche ich mir immerhin noch bald verlobt zu sein, aber ich habe gelernt, dass es mir hier einzig und allein um die Person, mit der ich mein Leben verbringen will, geht und nicht mehr um das Erreichen bestimmter Lebensziele wie auf einer Bucket List.

Wie seht ihr das? Seid ihr glücklich vergeben und ist euch die 30 egal? Oder seid ihr am Daten und findet das Älterwerden eine Hürde oder gerade entspannter werden?

Love, Anma

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